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Biografie-Datenbank » Al-Fayed, Mohamed


Al-Fayed, Mohamed
Stand: 05.06.2006 - 01:23

Nachname / Bandname: Fayed
Vorname: Mohamed Abdel Moneim
Geburtsort / Gründungsort: Alexandria
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 27.01.1929
Todestag:

Mohamed Al-Fayed, (eigentlich Mohamed Abdel Moneim Fayed) ‎ (* 27. Januar 1929 in Alexandria) ist ein ägyptischer Unternehmer und Milliardär. Er ist unter anderem Besitzer des Kaufhauses Harrods in London, des Fußballclubs Fulham F.C. und des Hotels Ritz in Paris. Al-Fayed ist vor allem in Großbritannien eine sehr umstrittene Persönlichkeit. Einer seiner Söhne, Dodi Fayed , wurde durch eine Liebesaffäre mit Prinzessin Diana weltweit bekannt. Al-Fayeds Vermögen beträgt laut Schätzungen zwischen 880 Millionen und 3,3 Milliarden US-Dollar.


Aufstieg
Fayed wurde in Bakos, einem heruntergekommenen Viertel im Osten der ägyptischen Großstadt Alexandria als ältester Sohn eines verarmten Grundschullehrers geboren. Er arbeitete unter anderem als Coca-Cola-Straßenhändler, als Verkäufer für Nähmaschinen und als Lehrer. Zu Vermögen gelangte Fayed, nachdem er Samira Kashoggi, die Schwester des Waffenhändlers Adnan Kashoggi geheiratet hatte und dieser ihm eine führende Position in dessen Importunternehmen in Saudi-Arabien verschaffte. Aus der Ehe mit Samira entstammt Sohn Dodi Fayed.

Nachdem Fayed in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Haiti und in London zahlreiche geschäftliche Kontakte geknüpft hatte, gründete er in Ägypten eine Reederei. 1966 ernannte ihn der Sultan von Brunei, einer der reichsten Männer der Welt, zu seinem Finanzberater. Ab 1974 lebte er in Großbritannien und fügte seinem Namen den Ehrenzusatz al- hinzu, woraufhin er vom Satiremagazin Private Eye den Übernamen phoney pharaoh (falscher Pharao) erhielt. 1979 erwarb er das Luxushotel Ritz in Paris. 1985 heiratete er die ehemalige finnische Schönheitskönigin Heini Wathén; aus Al-Fayeds zweiter Ehe entstammen die Söhne Kareem und Omar sowie die Töchter Jasmine und Camilla.


Harrods-Kontroverse
Ebenfalls 1985 erwarb Al-Fayed zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ali für 615 Millionen Pfund das renommierte Kaufhaus Harrods in London. Dabei setzten sie sich gegen Tiny Rowland durch (1974 war Al-Fayed für kurze Zeit Mitglied des Aufsichtsrates der Lonrho-Holding gewesen, die Rowland gehörte). Al-Fayed und Rowland stritten sich während Jahren in aller Öffentlichkeit über die Rechtmäßigkeit dieses Geschäfts.

Der Konflikt mündete schließlich in einer Untersuchung durch das Handels- und Industrieministerium. Die Untersuchungskommission kam 1990 zum Schluss, dass die Fayed-Brüder hinsichtlich ihrer Herkunft und ihrer Vermögensverhältnisse gelogen hatten. An den Besitzverhältnissen änderte sich gleichwohl nichts und Rowland erhob weitere schwere Vorwürfe. So behauptete er, die Fayeds würden anvertraute Juwelen im Wert von mehreren Millionen Pfund aus dem Tresor des Kaufhauses stehlen. Rowland starb 1998 und Al-Fayed beendete den Konflikt mit einer Zahlung in unbekannter Höhe an die Witwe. Während der Auseinandersetzung war Al-Fayed einmal verhaftet worden. Er verklagte die Metropolitan Police wegen unrechtmäßiger Verhaftung, unterlag aber 2002 vor Gericht.


Politische Konflikte und Skandale
Seit seiner Wohnsitznahme in England hatte sich Al-Fayed darum bemüht, die britische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Die Innenminister mehrerer Regierungen, sowohl der Labour Party als auch der Conservative Party, lehnten dieses Ansinnen wiederholt ab. Sie begründeten dies jeweils mit Al-Fayeds wenig vorbildlichem Charakter und dessen undurchsichtigen Geschäftsmethoden. Um dennoch sein Ziel zu erreichen, versuchte Al-Fayed, sein Image aufzupolieren und spendete namhafte Beiträge an wohltätige Organisationen wie Kinderspitäler oder Schulen. 1992 versuchte er einen Relaunch des traditionsreichen Satiremagazins Punch, das jedoch 2002 endgültig sein Erscheinen einstellen musste. 1996 erwarb er den Londoner Fußballclub Fulham F.C. und führte diesen mit Millioneninvestitionen in die Premier League.

Als Al-Fayed trotz all dieser Bemühungen dennoch nicht die britische Staatsbürgerschaft erhielt, verklagte er die Regierung, unterlag jedoch. Grund für die erneute Ablehnung war wohl seine Verwicklung in den Cash for questions-Skandal ("Geld für Fragen"): Im Oktober 1994 hatte Al-Fayed eine Lobby-Organisation damit beauftragt, die konservativen Abgeordneten Neil Hamilton und Tim Smith zu bestechen. Sie hätten mit gezielten Fragen im Unterhaus jene Minister schwer belasten sollen, die Al-Fayeds Einbürgerungsgesuch angeblich verhindert hatten.


Verschwörungstheorien
Al-Fayeds Sohn aus erster Ehe, der Filmproduzent Dodi Fayed , hatte 1996 ein Liebesverhältnis mit Prinzessin Diana , die kurz zuvor von Prinz Charles geschieden worden war, begonnen. Dodi und Diana starben am 31. August 1997 in einem Tunnel in Paris bei einem Autounfall, als sie auf der Flucht vor Paparazzi waren.

Nach diesem Unfall behauptete Mohamed Al-Fayed mehrmals öffentlich, deren Tod sei nicht die Folge eines Unfalls gewesen. Vielmehr seien Dodi und Diana Opfer einer weit reichenden Verschwörung gewesen, in die unter anderem Prinz Philip und der MI5 verwickelt seien. Al-Fayed behauptete, gewisse Personen aus dem Königshaus und vom Geheimdienst hätten es nicht ertragen können, dass Diana möglicherweise von Dodi schwanger geworden sei. Al-Fayed behauptete auch, er sei das Opfer einer lange andauernden Verleumdungskampagne, die das Ziel habe, ihn mit der Terroristengruppe Al-Qaida in Verbindung zu bringen. Diese unbewiesenen Aussagen führten dazu, dass das Kaufhaus Harrods seinen Status als Hoflieferant verlor.

Im Jahr 2003 verlegte Al-Fayed seinen Wohnsitz von Surrey in die Schweiz. Als Grund gab er an, die britischen Steuerbehörden hätten sich nicht an eine Vereinbarung gehalten. 2005 zog er nach Monaco, um von einem noch vorteilhafteren "Steuerklima" zu profitieren. Es wird allgemein angenommen, dass er mittlerweile einen Pass der Vereinigen Arabischen Emirate besitzt und seinen Anspruch auf die britische Staatsbürgerschaft aufgegeben hat.

Al-Fayed, Mohamed

Weitere Informationen:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mohamed Al-Fayed aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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