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Biografie-Datenbank » Beatles, The


Beatles, The
Stand: 07.06.2006 - 00:01

Nachname / Bandname:
Vorname:
Geburtsort / Gründungsort:
Geburtsdatum / Gründungsdatum:
Todestag:

Die Veröffentlichung des Beatles-Albums "Let It Be...Naked" ist ein musikalisches Ereignis und zugleich eine bemerkenswerte Korrektur der Geschichte der wohl berühmtesten Band der Welt. Als sich John, Paul, George und Ringo im Januar 1969 zusammenfanden, war es ihre Absicht, eine Platte aufzunehmen, mit der sie zu ihren musikalischen Anfängen als reine Rock'n'Roll-Band zurückkehren wollten. "Get Back" sollte das Album ursprünglich heißen und gleichzeitig wollten die Beatles den Schaffensprozess inklusive einem großen abschließenden Konzert filmisch dokumentieren. Doch als das Album "Let It Be" kurz vor der Premiere des gleichnamigen Films im Mai 1970 erschien - zwischenzeitlich war auch noch das Album "Abbey Road" aufgenommen und veröffentlicht worden - hatten sich die Beatles bereits voneinander getrennt, und das von Phil Spector überarbeitete Resultat war ein mit Chören, Orchestrierung und Klangeffekten nachbearbeitetes Album, womit die ursprüngliche Zielsetzung der Band verfehlt war.

Die Idee zu einer Neuauflage, die genau dieses ursprüngliche Ziel erreichen sollte, entstand vor knapp zwei Jahren. Paul McCartney hatte zufällig Michael Lindsay-Hogg, den Regisseur des Films "Let It Be", im Flugzeug getroffen und dieser hatte die Veröffentlichung des Films "Let It Be" auf DVD angeregt. McCartney fand die Idee gut, erzählte Neil Aspinall davon und hörte sich noch einmal die Originalaufnahmen der damaligen Aufnahmesessions an, die so nackt und natürlich klangen, wie sie auch in dem Film zu hören sind. Daraus entstand letztendlich die Idee zu "Let It Be...Naked". McCartney übergab den drei Abbey-Road-Tontechnikern Allan Rouse, Paul Hicks und Guy Massey die Originalbänder: 30 Achtspur-Tapes mit einer Gesamtspieldauer von 15 Stunden Musik, Gesprächen, Fragmenten, Ideen, aber auch fertigen Songs. Das Trio bekam freie Hand und die mühsame Restaurierung des letzten großen Kunstwerks der Beatles konnte beginnen.


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Das Ergebnis monatelanger akribischer Arbeit ist atemberaubend. "Let It Be...Naked" zeigt die Beatles trotz aller Spannungen, die bereits zwischen den vier Musikern herrschten, in bestechender Form: roh, ungeschliffen und pur. Alle Songs haben nun eine klarere und entschiedenere Form angenommen. Nicht nur der so genannte Wall Of Sound von Phil Spector ist gänzlich verschwunden, auch die Dialogfetzen und die beiden fragmentarischen Songs "Dig It" und "Maggie Mae" sind auf der neuen Version nicht mehr zu hören. Dafür wurde "Don't Let Me Down", ursprünglich nur die B-Seite der Single "Get Back", in die neu angeordnete Songabfolge integriert. Die neue Tracklist: Get Back, Dig A Pony, For You Blue, The Long And Winding Road, Two Of Us, I've Got A Feeling, One After 909, Don't Let Me Down, I Me Mine, Across The Universe, Let It Be.

"Let It Be...Naked" wird zusammen mit einer 22-minütigen Bonus-CD veröffentlicht, die einen einmaligen Eindruck von der Atmosphäre der Aufnahmen im Jahr 1969 bietet. Neben Gesprächen der Band sind hier auch Fragmente der Songs zu hören. Vervollständigt wird das Album durch ein 32-seitiges Booklet, das zahlreiche Fotos, ausführliche Informationen über das Album sowie Zitate aus der Beilage der Original-Vinyl-Veröffentlichung von 1970 enthält. "Let It Be...Naked" erscheint auch auf Vinyl in einem hochwertigen Klappcover, die Bonus-CD ist in diesem Falle eine Vinylsingle. Flankiert wird die Veröffentlichung von zwei Videoclips zu "Don't Let Me Down" und "Get Back" mit unveröffentlichtem Filmmaterial.

Als im Jahr 2000 das Album "1" erschien, entdeckte eine junge Generation von Musikliebhabern die Legende aus Liverpool ganz neu. Mit "Let It Be...Naked" bietet sich alten und neuen Fans die Chance, die Beatles noch einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben, als eine der aufregendsten Bands der Welt - reduziert auf das Wesentliche, doch dank heutiger technischer Möglichkeiten transparenter und dynamischer denn je. 33 Jahre nach ihrer Trennung schreiben die Beatles erneut Geschichte.

Die Geschichte von Let It Be

Dezember 1968. Die Beatles befinden sich an einem Wendepunkt. Seit Ende November steht das Doppelalbum "The Beatles", das so genannte "Weiße Album", mit seinen 30 Songs in den Plattenläden. Nach Jahren unaufhörlicher Aufnahmen im Studio, Dreharbeiten für ihre Filme, Fernsehsessions, endlosen Interviews und kontinuierlicher Konfrontation mit der Beatlemania, die surreale Formen angenommen hat, kommen die Fab Four zusammen, um über ihre Zukunft zu diskutieren. Seit mehr als zwei Jahren hat die Band kein Konzert mehr gespielt. John Lennon, damals 28, Paul McCartney, 26, George Harrison, 25 und Ringo Starr, 28, wollen sich als Band revitalisieren und wieder live spielen. Sie beschließen, ein Konzertereignis zu arrangieren, das gefilmt und im Fernsehen ausgestrahlt werden soll. Verschiedene Örtlichkeiten werden vorgeschlagen, darunter die Kathedrale in Liverpool, ein Amphitheater, ein Flughafen, ein Waisenhaus, ein Krankenhaus, ein Ozeandampfer und sogar das Parlamentsgebäude in London. Der für das geplante Fernsehkonzert engagierte Produzent Denis O'Dell schlägt der Band vor, für die Proben und ein mögliches Making-Of in die Londoner Twickenham-Filmstudios zu gehen.

2. Januar 1969. In den frostigen Morgenstunden eines rauen britischen Winters beginnen die Beatles in den trostlosen Twickenham-Studios mit den Proben, bei denen sie kontinuierlich vom Regisseur Michael Lindsay-Hogg gefilmt werden. Während Toningenieur Glyn Johns das Band laufen lässt, spielen sich die Beatles zwischen dem 2. und. 15. Januar durch eine ganze Menge Songmaterial, manchmal sind es nur Fragmente. Sie spielen auch Rock'n'Roll-Standards und Titel wie "Maybe I'm Amazed" und "All Things Must Pass", die später auf Soloalben auftauchen, sowie Songs, die später das Album "Abbey Road" zieren. Am 10. Januar verlässt George wegen der miserablen Arbeitsbedingungen die Sessions und droht damit, aus der Band auszusteigen. Fünf Tage später einigen sich alle vier Beatles, von den unwirtlichen Twickenham-Studios in das eigene, neue Studio im Kellergeschoss des Apple-Büros in der Saville Row 3 zu ziehen. Die Band beschließt, dass das Album eine Rückkehr zu den eigenen Anfängen markieren soll: purer Live-Sound ohne Effekte, Overdubs oder andere nachträgliche Produktionstricks. Anstelle des Fernsehprojekts soll ein richtiger Film entstehen, der den Entstehungsprozess dokumentiert. Arbeitstitel von Album und Film: "Get Back". Die Beatles wenden sich an George Martin, den bewährten Mann ihres Vertrauens, der die Produktion übernehmen soll und der als erstes das mobile Aufnahme-Equipment von den Abbey Road Studios in die noch unvollständig ausgestatteten Räumlichkeiten der Saville Row schafft.

22. Januar 1969. Mit Glyn Johns als Toningenieur und George Martin als Produzenten beginnen die Beatles nun ernsthaft mit den Aufnahmen. Unterstützt werden sie dabei von einem alten Freund der Beatles aus den frühen Tagen in Hamburg, dem Keyboarder Billy Preston, den sie als Gastmusiker für die Sessions engagieren, nachdem George ihn bei einem Konzert in London getroffen hatte.

30. Januar 1969. Obwohl das TV-Konzert abgeschrieben ist, will man dem neu beschlossenen Film einen Höhepunkt geben. Die Beatles spielen auf dem Dach des Apple-Gebäudes in der Saville Row ein unangemeldetes Konzert. Die erste Show seit Jahren - und die letzte für immer. Dabei spielen sie unter anderem "Get Back" (drei Versionen), "Don't Let Me Down", "I've Got A Feeling" (je zweimal) und "Dig A Pony". Das Konzert, das den Verkehr in Central London zusammenbrechen lässt, wird nach 42 Minuten von der Polizei abgebrochen.

31. Januar 1969. Zurück in ihrem Kellerstudio nehmen die Beatles jene Stücke auf, die sie auf dem windigen Dach nicht spielen konnten, darunter "The Long And Winding Road", "Two Of Us" und "Let It Be".

4. März 1969. John und Paul geben Glyn Johns einen Schwung der Bänder mit der Bitte, daraus ein Album zu machen.

28. Mai 1969. Glyn Johns hat eine Version des Albums fertig. Die Beatles lehnen diese Version ab und beschließen, eine neue Platte zu produzieren. Anfang Juli beginnen sie mit der Arbeit an dem Album "Abbey Road", das bereits am 26. September erscheint.

5. Januar 1970. Glyn Johns hat eine zweite Version des Albums "Get Back" unter Dach und Fach, diesmal mit besonderer Berücksichtigung der Stücke, die in dem Film Verwendung finden sollen. Aber auch auf diese Version können sich die Beatles nicht einigen.

23. März 1970. Die Beatles haben ihre diversen Soloprojekte in Angriff genommen. Phil Spector wird beauftragt, das "Get Back"-Album zu überarbeiten, damit es zum geplanten Start des Films fertig ist. Spector beginnt diverse Tracks neu abzumischen und zu produzieren. "The Long And Winding Road", "Across The Universe" und "Let It Be" werden mit Streichern und Chören überdeckt. Am 2. April beendet Phil Spector seine Arbeit.

10. April 1970. Die offizielle Trennung der Beatles wird weltweit bekannt gegeben.

8. Mai 1970. Einen Monat nach der Auflösung der Beatles und 16 Monate nach dem Beginn der "Get Back"-Sessions erscheint das Album, das jetzt "Let It Be" heißt. Zwischen den Songs sind kurze Gesprächsausschnitte während der Sessions zu hören, die den Eindruck verstärken sollen, dass es sich um den Soundtrack zum Film handelt.

13. Mai 1970. Der Film "Let It Be" feiert in New York seine Premiere. Keiner der Beatles ist anwesend.

Februar 2002. Nach einem zufälligen Treffen mit dem Regisseur Michael Lindsay-Hogg beginnt Paul McCartney, die 33 Bänder, die 1969 bespielt wurden, wieder durchzuhören. Das Album soll neu abgemischt werden und so klingen, wie es die Beatles vor über 30 Jahren beabsichtigt hatten. Allan Rouse, Paul Hicks und Guy Massey mischen über einen Zeitraum von 18 Monaten die Songs auf ihre ursprüngliche Form zurück, entfernen Orchesterspuren, Chöre und Effekte. Mithilfe moderner Digitaltechnik erzielen sie einen puren und extrem klaren Sound. Außerdem werden die Dialoge sowie die Stücke "Dig It" - ohnehin eine Jam-Version - und "Maggie May" gestrichen. Stattdessen kommt "Don't Let Me Down" auf die Platte, das zuvor nur als B-Seite von "Get Back" veröffentlicht worden war.

August 2003. Neben dem 35-minütigen Album wird von Apple eine zweite CD produziert, die Ausschnitte von den Bändern enthält, die bei den damaligen Proben entstanden. Die etwas mehr als 20-minütige Bonus-CD bietet einen einzigartigen Einblick in die Aufnahmesessions aus dem Januar 1969.

17. November 2003. 12.737 Tage nachdem die Beatles in den Twickenham-Filmstudios ihr Projekt starteten, erscheint "Let It Be" endlich so, wie es die Fab Four von Anbeginn beabsichtigt hatten...Naked.

Zitate zu "Let It Be...Naked"

"Die Musik war großartig und das ist das Wichtigste an diesem Album. Die Idee ist einfach gut: ein Album zu veröffentlichen, das nur auf die Band reduziert ist. Du bekommst ein völlig klares Bild, wie die Band zu dieser Zeit gesungen und gespielt hat, und wie gut diese kleine Band war. Das war immer das Ding mit den Beatles. Wir waren immer eine großartige kleine Band. Das zeigt sich auf den Let-It-Be-Tapes und das ist das Wichtige." (Paul McCartney)

"Als ich die Aufnahmen zum ersten Mal hörte, war das ein ganz erhebendes Gefühl. ´The Long And Winding Road' hat mich weggeblasen ohne die Streicher. Es ist nichts falsch an Phils Streichern, aber es gibt dem Hören einen anderen Sinn. Es ist jetzt mehr als 30 Jahre her, als ich es das letzte Mal so hörte und es hat mich einfach umgehauen. ´Let It Be' ist auch ein unglaubliches Stück und erst jetzt kann man nachvollziehen, warum wir das Album so nannten." (Ringo Starr)

"Wenn wir damals die heutigen technischen Möglichkeiten gehabt hätten, hätte es auch so geklungen, denn das ist schließlich der Sound, den wir im Studio produziert haben. Es klingt alles genauso, wie es damals im Aufnahmestudio klang. Man kann sich direkt hineinversetzen." (Paul McCartney)

"Meines Erachtens gibt es zwei unterschiedliche Erfahrungen, die man mit dem Album machen kann. Einmal die Musik und all die Songs, die man liebt, neu zu entdecken - und dann das Klangerlebnis. Und das ist vielleicht sogar der wichtigste Unterschied - es richtig gut klingen zu lassen und so die Lebensdauer der Songs zu verlängern. Heutzutage hört man doch ganz anders Musik als noch vor 30 Jahren. Erst recht die Kids, die nichts damit anfangen können, wenn der Gesang aus der einen und das Schlagzeug aus der anderen Box kommen. Die technischen Verbesserungen bieten nun ein viel aufregenderes Klangerlebnis." (Allan Rouse)

"Die offensichtlichste Veränderung ist ´The Long And Winding Road' - das ist eine völlig andere Version als die, die Phil Spector overdubbed hat. Als wir uns durch das ganze Material kämpften, entdeckten wir, dass die Version, die auf dem Film ist, die sie am letzten Tag aufgenommen hatten, genau die richtige Empfindung hat und die Emotionen waren überwältigend. Allein das Schlagzeugspiel und Pauls Gesang sind großartig und es passt alles so zusammen. Das ist der wirklich herausragend andere Track." (Paul Hicks)

"'Let It Be' entstand nach einem Traum. Meine Mutter Mary starb, als ich ein Teenager war. Sie erschien mir im Traum. Zu den Let-It-Be-Zeiten drehten wir alle ziemlich am Rad und ich ging eines Abends zu Bett und hatte diesen Traum. Sie kam und sagte: ´Mach dir keine Sorgen, alles wird gut, lass es einfach.' Sie wirkte wirklich sehr beruhigend und ich wachte auf mit dem Gedanken, dass alles besser werden könne. Ich überlegte, was hat sie gesagt? Das ist ein netter Satz, das wird ein Song! So fing ich damit an: 'When I find myself in times of trouble, mother Mary comes to me". Dann fiel mir ein, dass es einige Leute auch so interpretieren könnten: Mutter Maria als Jungfrau Maria." (Paul McCartney)

"'Get Back' war ein klasse Stück, ein richtiger Tritt in den Hintern. Wie ´Don't Let Me Down'. Das waren wirklich zwei Spitzennummern. Sehr einfach und roh, zurück zum Ursprünglichen. Ich habe zu ´Get Back' eine Hookline hinzugefügt, die gut klang und seitdem immer wieder kopiert wird - auch von mir, in ´Back Off Boogaloo'." (Ringo Starr)

"Ringos Performance ist unglaublich. Heutzutage versuchen viele Schlagzeuger, ihn irgendwie zu kopieren, aber ich wüsste nicht, wie ihnen das gelingen könnte. Ich glaube nicht, dass sie Ringo sein können. Er hat die Beatles immer bei Laune gehalten und dafür gesorgt, dass ´Let It Be' gut wird. Nun zeigt das Album erst, wie es war und sein kann. Die Beatles waren phantastisch, sie brauchten eigentlich keinerlei Hilfe und besonders diese Version zeigt das ganz deutlich." (Yoko Ono)

Quelle: EMI Music Germany
Foto: EMI Music Germany

Beatles, The

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