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Biografie-Datenbank » Outlandish


Outlandish
Stand: 07.06.2006 - 10:36

Nachname / Bandname: Outlandish
Vorname: -
Geburtsort / Gründungsort: -
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 1997
Todestag: -

Isam Bachiri, Lenny Martinez und Waqas Qadri erblicken das Licht der Welt in Broendby Strand, einem Mult-Kulti-Schmelztigel vor den Toren Kopenhagens. Ihre Eltern stammen aus Marokko, Honduras und Pakistan. Die Jungs wachsen zusammen in tristen Hinterhöfen auf, wo sie Fußball spielen und von der großen Profi-Karriere träumen - bis eines Tages das Lebensgefühl der amerikanischen East Coast an ihren Strand schwappt: HipHop! Und was da aus den Radios strömt, saugen die drei Teenies begierig auf, verinnerlichen es so sehr, dass es ihr eigenes Lebensgefühl wird. Mehr noch: Sie lernen das Handwerk, adaptieren bald, modifizieren schnell und finden schließlich ihren ganz eigenen Sound. Statt platt zu imitieren, mischen sie HipHop-Beats mit ihren eigenen Roots: Latino- Rhythmen, orientalisch-indische Klänge und arabischer Pop verschmelzen auf ihren ersten Demotapes zu einer unglaublich erfrischenden Melange, die dem Genre Weltmusik eine neue Perspektive aufzeigt.

1996 erobert Khaled, der König des Rai, einer Art arabische Pop-Kultur, die aus Nordafrika nach Europa kommt und von Exil-Algeriern von Frankreich aus populär gemacht wird, mit seinem Smash-Hit "Aicha" zuerst die Clubs und 1997 die europäischen Charts im Sturm. Etwa zeitgleich gründen die drei "Culture Outlaws" die Formation Outlandish. Ihre Debütsingle "Pacific To Pacific" wird von Amnesty International gepickt. Der Nachfolge-Track "Saturday Night" landet auf dem Soundtrack des dänischen Films "Pizza King".

"Als ich meiner Mutter offenbarte, dass ich ein MC werden will, hat sie mir fast eine gescheuert", erinnert sich Waqas. Schließlich sollten es Isam, Lenny und Waqas einmal besser haben, Arzt, Anwalt oder Astronaut werden. Wie sollte man Bekannten und Verwandten die Schande erklären, dass ihre Söhne Alleinunterhalter auf Hochzeiten werden wollen. Perspektive: Gosse!

2000 erscheint das erste Outlandish-Album "Outland´s Official" in Dänemark. Die Kritiker sind voller Lob. Der Longplayer wird in nur wenigen Wochen mit Gold ausgezeichnet und Outlandish reifen über Nacht zu Vorbildern der dänischen Jugend - nicht zuletzt deshalb, weil sie bei den "Danish Music Awards" in insgesamt sechs Kategorien nominiert werden. "Outland´s Official" wird schließlich mit dem Preis "Best Danish HipHop Album" ausgezeichnet. Sie werden bald über die Grenzen Dänemarks bekannt, reisen nach England, geben BBC ein Interview und erspielen sich im Mutterland des Pop mit einigen umjubelten Club-Gigs eine treue Fangemeinde. Outlandish sind erfrischend anders und entsprechen so gar nicht dem Goldketten-Dicke-Limo-und-vollbusige-Video-Babes-Klischee ihrer US-Kollegen.


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2003 erscheint das zweite Album von Outlandish in Dänemark: "Bread & Barrels Of Water" wird umgehend mit Platin ausgezeichnet und gilt unter Insidern der Szene bereits als "absolutes Meisterwerk". Mittlerweile ist kein anderer als Antonio "L.A." Reid, seines Zeichens Boss von Arista Records in New York, auf die drei Dänen aufmerksam geworden und will Outlandish baldigst auf seinem Erfolgs-Label in den USA veröffentlichen.

War "Outland´s Official" noch ein Spiegel ihrer Kindheit, gehen Outlandish mit "Bread & Barrels Of Water" einen Schritt weiter. "Wir haben einen Punkt in unserem Leben erreicht, in dem unser Fokus nicht mehr nur auf unserer Vergangenheit liegt. Die Welt ist größer als unser Ego und wir sind doch nur kleine Teile im großen Puzzle des Lebens. Heute sind unsere Themen universeller, plakativer: Liebe, Vertrauen, Hass, Freundschaft, Familie und Gott sind wichtiger. Es geht darum, Brücken zwischen den Völkern und ihren Religionen zu schlagen", erklärt Lenny das neue Outlandish-Gefühl.

Während im restlichen Europa bereits "Guantanamo", eine latino-schwangere Gute-Laune-Hymne auf die kubanische Guantanamo Bay, als erste Single aus "Bread & Barrels Of Water" veröffentlicht wurde, starten Outlandish in Deutschland mit ihrer R&B-Version von Khaleds "Aicha". Nicht zuletzt durch die geniale Gitarren-Sequenz, die über dem minimalistischen Groove schwebt, veredelt durch die hypnotischen Gesangspassagen, gerät das Märchen der Prinzessin von Sabah zu einer einzigartigen Liebeserklärung an die modernen Frauen von heute. Im gleichnamigen Videoclip ahnt man die weltpolitische Lage irgendwo zwischen 9-11, Israel-Konflikt und Irak-Krieg, die jedoch angesichts reiner Schönheit und Anmut in den Hintergrund treten. Auch wenn die verhüllte Mutter, deren wunderschöne Ölaugen den Betrachter fasziniert in den Bann ziehen, nach ihrem Jungen sieht, der in seinem Zimmer Panzer zeichnet, wirken die Bilder nicht platt oder peinlich, sondern strotzen vor Reinheit und Wahrhaftigkeit.

Und spätestens seit Outlandish mit ihrer viel umjubelten Performance des Songs "Eyes Never Dry" im Rahmen einer War Benefit Show zu Gunsten von Opfern des Irak-Krieges (1.5 Millionen dänische TV-Zuseher), dazu beitrugen, dass 43 Millionen Kronen, umgerechnet sechs Millionen Euro, gespendet wurden, dürften auch die Eltern von Isam Bachiri, Lenny Martinez und Waqas Qadri stolz auf ihre Söhne sein.

Quelle: Sony BMG
Foto: BMG / RCA / Hainsley Brown

Outlandish

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