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Biografie-Datenbank » Bancroft, Anne


Bancroft, Anne
Stand: 27.06.2006 - 06:18

Nachname / Bandname: Italiano
Vorname: Anna Maria Louisa
Geburtsort / Gründungsort: Bronx, New York City, USA
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 17.09.1931
Todestag: 06.06.2005

Anne Bancroft war eine US-amerikanische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin. Sie wurde durch ihre Broadway-Rollen und die einfühlsame Darstellung "starker" Frauen weltbekannt. Besondere Berühmtheit erlangte sie durch ihre Darstellung der Mrs. Robinson in "Die Reifeprüfung" (1967).

Anne Bancroft entstammte einer aus Italien stammenden Familie: ihr Vater war Modelschneider, ihre Mutter Telefonistin. Sie machte ihre Schauspielausbildung an der renommierten American Academy of Dramatic Arts in Manhattan. Nach einigen Rollen im Fernsehen erhielt sie 1952 ihre erste Filmrolle in Don't Bother to Knock (deutsch Versuchung auf 809), in dem auch Marilyn Monroe mitspielte. Bei den Dreharbeiten verlangte die Produktionsfirma 20th Century Fox die Änderung ihres Namens, weil "Italiano" ihr oder dem Film abträglich sein könnte.

Annes Karriere begann am Theater. 1958 spielte sie mit Henry Fonda in der Broadway-Production Two for the Seesaw, wofür man sie mit dem Tony Award auszeichnete, und schon 1959 ihre nächste Bühnenrolle in The Miracle Worker. Letztgenannte Rolle brachte ihr auch in Hollywood Erfolg, wo sie 1962 ihren ersten Oscar als beste Schauspielerin gewann. In dem Streifen spielte sie unter der Regie von Arthur Penn (Drehbuch William Gibson) die Lehrerin der taubstummen und blinden Helen Keller, Anne Sullivan Macy.

Gleichzeitig blieb sie dem Theater treu, z. B. in Brechts Mutter Courage (1963) und "The Devils" (1965). Nach "The Little Foxes" und "A Cry of Players" (1967/68) musste aber für fast zehn Jahre die Bühne dem Film weichen, bis zum Theaterstück "Golda" (1977).

Das Stück bzw. der Film "Miracle Worker" erschien auch deutsch unter den Titeln Licht im Dunkel bzw. Unter anderer Sonne. Ab 1964 folgten weitere Hauptrollen in Filmen wie 7 Women und The Pumpkin Eater (deutsch Der Schlafzimmerstreit), wofür sie ca. 1964 den Golden Globe Award erhielt. Unter anderem spielte sie auch in Haven mit Natasha Richardson und Kenneth Welsh.

Weltweite Bekanntheit brachte ihr 1967 die Rolle der Mrs. Robinson im Film The Graduate (deutsch Die Reifeprüfung) mit Dustin Hoffman als Partner ein, wofür ihr 1968 der Golden Globe zugesprochen wurde.

Ihre einzige Regiearbeit war der Film Fatso (1980), dessen Erfolg aber nur mäßig war.

1964 heiratete Anne Bancroft (in zweiter Ehe) den Schauspieler und Regisseur Mel Brooks, den sie bei einer Talkshow kennengelernt hatte. Aus dieser Verbindung kam 1972 Annes Sohn Max zur Welt. Mit ihrem Ehemann Mel Brooks spielte sie in zahlreichen Filmen, unter anderem 1983 in dessen Remake von Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein (To Be or Not to Be). Ihr komödiantisches Talent bewies sie jedoch auch ausserhalb der Filme Mel Brooks, so z.B. in The Prisoner of Second Avenue (1975) (deutsch Das Nervenbündel) an der Seite ihres Filmpartners Jack Lemmon.

Die Schauspielerin war selbst noch im hohen Alter geschätzt als Darstellerin starker bis skurriler "Mutterpersönlichkeiten". So spielte sie 1995 unter der Regie von Jodie Foster in einem Starensemble die reichlich exzentrische Mutter Adele von Robert Downey Jr. und Holly Hunter in "Familienfest und andere Schwierigkeiten", die an der Seite ihres Ehemanns Charles Durning das Familienleben nicht gerade einfacher macht. Auch in "Glauben ist alles!" (2000) verkörperte sie erneut eine starke Mutter, die ihrem Sohn, einem jüdischen Rabbi (Ben Stiller), die scheinbare "ménage a trois" mit Jenna Elfman und Edward Norton zunächst sehr übel nimmt, doch schließlich versöhnlich reagiert. Die stärkste Leistung ihrer späten Jahre ist allerdings die Mutter in "Das Kuckucksei" (1988). Bancroft spielt in dieser Tragikomödie die Mutter eines Schwulen, die einfach nicht begreifen kann, das Homosexualität etwas ganz normales ist.

Anne Bancroft starb im Alter von 73 Jahren im New Yorker Mount Sinai Hospital an Gebärmutterkrebs.


Filmografie (Auszug)

  • Don't Bother to Knock (1952)
  • Tonight We Sing (1953)
  • Treasure of the Golden Condor (1953)
  • The Kid from Left Field (1953)
  • Gorillas at Large (1954)
  • Demetrius and the Gladiators (1954)
  • The Raid (Film) (1954)
  • New York Confidential (1955)
  • The Naked Street (1955)
  • The Last Frontier (1955)
  • Walk the Proud Land (1956)
  • Nightfall (1957)
  • The Restless Breed (1957)
  • The Girl in Black Stockings (1957)
  • The Miracle Worker (1962)
  • The Pumpkin Eater (1964)
  • The Slender Thread (1965)
  • 7 Women (1966)
  • The Graduate (1967)
  • Blazing Saddles (1974) (Cameo)
  • The Prisoner of Second Avenue (1975)
  • The Hindenburg (1975)
  • Lipstick (1976)
  • Silent Movie (1976) (Cameo)
  • The Turning Point (1977)
  • Fatso (1980) (auch Regie und Drehbuch)
  • The Elephant Man (1980)
  • To Be or Not to Be (1983)
  • Garbo Talks (1984)
  • Agnes of God (1985)
  • Night, Mother (1986)
  • 84 Charing Cross Road (1987)
  • Torch Song Trilogy (1988)
  • Bert Rigby, You're a Fool (1989)
  • Honeymoon in Vegas - Aber nicht mit meiner Braut (Honeymoon in Vegas) (1992)
  • Love Potion No. 9 (1992)
  • Point of No Return (1993)
  • Malice (1993)
  • Mr. Jones (1993)
  • How to Make an American Quilt (1995)
  • Home for the Holidays (1995)
  • Dracula: Dead and Loving It (1995) (Cameo)
  • The Sunchaser (1996)
  • G.I. Jane (1997)
  • Critical Care (1997)
  • Great Expectations (1998)
  • Mark Twain's America in 3D (1998, Erzählerin im Dokumentarfilm)
  • Antz (1998) (Stimme)
  • Keeping the Faith (2000)
  • Up at the Villa (2000)
  • Heartbreakers (2001)
  • In Search of Peace (2001, Erzählerin im Dokumentarfilm)
  • Delgo (2005, Stimme, derzeit post-Produktion)

Bancroft, Anne

Anne Bancroft
Quelle: imdb.com

Weitere Informationen:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Anne Bancroft aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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