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Biografie-Datenbank » Nikolaus II. (Russland)


Nikolaus II. (Russland)
Stand: 27.06.2006 - 05:28

Nachname / Bandname:
Vorname: Nikolaj Alexandrowitsch
Geburtsort / Gründungsort: Zarskoje Selo, Russland
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 06.05.1868
Todestag: 16.07.1918

Nikolaus II. war von 1894 bis 1917 der letzte Zar Russlands.

Nikolaus II. stammte aus der Romanow-Dynastie (Haus Romanow-Holstein-Gottorp) und war der älteste Sohn des Zaren Alexanders III. und Zarin Marja Fjodorowna (Dagmar von Dänemark) .

Der 1868 geborene Nikolaus wurde von seinem Vater nur unzureichend auf die Rolle als künftiger Zar vorbereitet. Bei Hofe galt er als naiv. Sein Vater nannte ihn einen "Dummkopf". Doch die Einschätzung seines Umfeldes gilt aus heutiger Sicht zumindest teilweise als Fehlurteil.

Nikolaus sprach fließend die französische, englische und deutsche Sprache. In St. Petersburg absolvierte er ein Jura-Studium und genoss durch ranghohe Minister und Generäle seines Vaters eine profunde geschichtliche und militärische Ausbildung. Kurz nach dem Tod seines Vaters heiratete er am 26. November 1894 Alexandra von Hessen-Darmstadt, die Tochter des Großherzogs Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein. Sie übte einen starken Einfluss auf ihn aus und bestärkte Nikolaus in dessen Glauben an seine Alleinherrschaft.

Aus der Ehe mit Alexandra entsprangen fünf Kinder:

  • Olga (* 3. November 1895 - + 16. Juli 1918),
  • Tatjana (* 29. Mai 1897 - + 16. Juli 1918),
  • Maria (* 14. Juni 1899 - + 16. Juli 1918),
  • Anastasia (* 18. Juni 1901 - + 16. Juli 1918) und
  • Alexej (* 12. August 1904 - + 16. Juli 1918).
Nach dem Tod seines Vaters wurde Nikolaus am 1. November 1894 zum Zaren ernannt. Seine Krönung wurde jedoch erst im Juli 1896 gefeiert, da die Vorbereitungen für die Krönung mehr als 19 Monate dauerten. Nikolaus' Herrschaft war von politischen Fehlern gekennzeichnet. Er wollte keine Macht aus den Händen geben und spielte seine Minister untereinander aus. Dadurch verlor er jedoch letztlich die Gewalt über sein Reich, das bereits nach kurzer Zeit nur noch von Bürokraten, Geheimpolizei und der Armee zusammengehalten wurde.

Ab 1894 wurde das Land von zahlreichen Problemen erschüttert. Russland intervenierte zunehmend in Korea und geriet damit in den Konflikt mit Japan. Nikolaus selbst war als Jugendlicher nach Japan gereist und dort von einem Attentäter im Gesicht verletzt worden. Seit dieser Zeit verachtete er die Japaner als "gelbe Affen". Um von den drohenden innenpolitischen Problemen abzulenken, nahm er einen kurzen Krieg in Kauf. Der Russisch-Japanische Krieg wurde jedoch zum Debakel für Russland. Nach der Niederlage im Fernen Osten kam es zum Generalstreik, auf den Nikolaus mit Gewalt reagierte. Am Petersburger Blutsonntag ließ er auf Demonstranten schießen, seine Geheimpolizei und das Militär erstickten jeden Aufstand im Keim. Schließlich musste Nikolaus doch eine Wahl zur Duma zulassen. Den Rat seines früheren Finanzminister Sergei Juljewitsch Witte, der ihm schnelle und umfassende Reformen empfahl, ignorierte Nikolaus weitgehend. Außerdem brach er mehrfach willkürlich die Verfassung. Der Beginn des 1. Weltkriegs stellte dann den Anfang vom Ende dar. Die häufigen Niederlagen, Hungersnöte und die katastrophale Versorgungslage der Bevölkerung führten letztlich zur Revolution.

Unter dem Druck der Februarrevolution von 1917 musste Nikolaus II. abdanken. Am 16. Juli 1918 wurden er und seine Familie, etwa ein halbes Jahr nach dem Sturz der Menschewiki in der Oktoberrevolution 1917, auf Befehl Lenins von den ihn bewachenden bolschewistischen Truppen in der Verbannung bei Jekaterinburg im Ural ermordet. Die Gebeine der Familie wurden 1979 im Waldstück Vier Brüder nahe Jekaterinburg entdeckt. Zu Zeiten der Sowjetunion konnte diese Entdeckung jedoch nicht öffentlich gemacht werden. Erst 1991 wurden die Leichname geborgen und ein Jahr später einwandfrei identifiziert. Auf den Tag genau 80 Jahre nach der Ermordung wurden die sterblichen Überreste Nikolaus' und seiner Familie in St. Petersburg beigesetzt.

Nikolaus II. regierte Russland wie seine Vorgänger als unumschränkter Alleinherrscher. Er gilt aus heutiger Sicht nicht als besonders fähiger Herrscher. In seiner Amtszeit galt er als leicht beeinflussbar, unter anderem durch den Popen Grigori Rasputin, einen angeblichen Geistheiler.

Seine Frau Alexandra und er ignorierten die Probleme, die über Russland hereinbrachen. Er bekämpfte die Modernisierung seines Reiches und hielt an den überkommenen halbfeudalen Verhältnissen fest, statt das Land auf den Weg der Entwicklung zu führen. Seine Regierung glitt von einer Krise zur nächsten: von Arbeiter- und Bauernaufständen während der Revolution von 1905 über den Krieg mit Japan bis hin zum Ersten Weltkrieg.

Für die russisch-orthodoxe Auslandskirche gilt Nikolaus II. wegen seines Märtyrertods als Heiliger. Im August 2000 wurde Nikolaus II. auch von der Russisch-Orthodoxen Kirche heilig gesprochen. Ikonen mit seiner Darstellung sowie mit der Darstellung seiner getöteten Familie hängen seitdem in jeder russisch-orthodoxen Kirche, sowohl in Russland als auch im Ausland.

Nikolaus II. (Russland)

Nikolaus II.

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