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Biografie-Datenbank » Adès, Thomas


Adès, Thomas
Stand: 30.06.2006 - 05:39

Nachname / Bandname: Adès
Vorname: Thomas
Geburtsort / Gründungsort: London, England
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 1971
Todestag: -

Adès ist "über seinen Status als Wunderkind einer betriebsamen britischen Szene hinausgewachsen und zu einer der eindrucksvollsten Gestalten der zeitgenössischen klassischen Musik geworden". The New Yorker

Der kometenhafte Aufstieg von Thomas Adès in einem Zeitraum von weniger als zehn Jahren ist ein erstaunliches Phänomen. Adès war 22, als er 1993 in London sein erstes öffentliches Klavierrecital gab (im Rahmen der Konzertreihe der Park Lane Group); eine Aufführung, die nicht nur das Publikum im ausverkauften Purcell Room faszinierte, sondern auch eine Reihe von Ereignissen in Gang setzte, die ihm einen Platz im Zentrum der britischen Musikszene und internationale Anerkennung eingebracht haben. Obwohl sich die Kritiker nicht ganz einig sind, ob sie ihn mit Beethoven, Mozart, Purcell oder Britten vergleichen sollen, besteht allgemeiner Konsens über seine Originalität, Musikalität und Bedeutung.

Adès, immer noch unter 30, ist derzeit Künstlerischer Leiter des Aldeburgh Festival, Musikalischer Leiter der Birmingham Contemporary Music Group, Dozent für Britten an der Royal Academy of Music und erhält aus der ganzen Welt so viele Kompositionsaufträge und Einladungen, als Dirigent oder Pianist aufzutreten, dass kaum ein Mensch sie allein bewältigen kann.

Adès wurde in 1971 in London geboren. Seine offenkundige musikalische Begabung konzentrierte sich zunächst auf das Klavier, und als er 1989 beim Wettbewerb der BBC Young Musician of the Year den Zweiten Preis (Klavierklasse) erhielt, schien eine Karriere als Pianist vorgezeichnet. Er hatte Klavier bei Berkowitz und Komposition bei Robert Saxton an der Guildhall School of Music und dann am King's College in Cambridge Musik studiert, wo er 1992 die Abschlussprüfung mit Auszeichnung bestand. Der Preis der BBC führte ihn allerdings zur Komposition und 1990 erschien sein erstes Werk, Five Eliot Landscapes. Während seines Studiums in Cambridge komponierte er auch die Chamber Symphony - seines erstes Werk, das von Berufsmusikern aufgeführt wurde (1993, BBC Philharmonic unter Mathias Bamert). Im gleichen Jahr, von Cambridge aus, wurde er als Komponist für das Hallé Orchestra engagiert (1993-95), für das er The Origin of the Harp (1994) und 1996 zur Eröffnung der Bridgewater Hall These Premises Are Alarmed schrieb. Living Toys, sein am häufigsten aufgeführtes Werk, war eine Auftragskomposition für die London Sinfonietta und die Londoner Uraufführung (unter Oliver Knussen) fand breites Interesse und den Beifall der Kritiker. Das Werk ist seitdem ca. 50mal aufgeführt worden: so in Strassburg, Venedig, Madrid, Hannover, Helsinki, Paris, New York, Boston, Brüssel, Los Angeles, Antwerpen, Amsterdam, Aspen, Tanglewood, Oslo, Tokio, Perth wie auch bei den Festivals von Bath und Aldeburgh.

Die Kammeroper Powder Her Face allerdings brachte ihm erst richtig internationale Anerkennung. Sie wurde im Auftrag der Almeida Opera für das Cheltenham Festival 1995 auf ein Libretto von Philip Hensher komponiert und ist seitdem in Deutschland, Kaliforniern, beim Aspen Festival, in New York, Brisbane und Helsinki aufgeführt worden. Begeisterte Pressestimmen begleiteten diese Aufführungen: "Überfülle brillanter Einfälle" (Independent) "eine brillante Oper eines begabten Komponisten" (The Times); "...ein neues, beachtliches Talent, das richtige Musik komponieren kann und sie so leicht zugänglich macht wie Pop" (Wall Street Journal); "Adès kann mit einer einzigen Geste... so viel ausdrücken wie die komplizierteste Modulation" (Guardian); "... entfaltet sich mit einer Lebenskraft und Sicherheit, die den geborenen Meister erkennen lässt" (Atlantic Monthly); "Adès hat den extravertierten Elan eines großen Opernkomponisten" (New Yorker). Die EMI Classics-Einspielung (ein BBC-Mitschnitt der Uraufführung unter Leitung des Komponisten), die im September 1998 erschien, trug noch mehr zum Erfolg der neuen Oper bei. Diese CD folgte auf zwei frühere Aufnahmen mit Kammermusikwerken: Life Story und Living Toys, die in der Serie EMI Debut veröffentlicht wurden. Adès ist der Pianist und Dirigent dieser Aufnahmen, für die er später den Gramophone Editor's Choice (1998) erhielt. Seine erste Solo-Einspielung als Pianist bei EMI Classics ist ein Album mit Klavierwerken von Stravinsky, Busoni, Janácek, Grieg und Nancarrow (mit Thomas Adès als Pianist), veröffentlicht im Herbst 2000. Im Januar 2002 erschien die Einspielung von Janáceks Liederzyklus Tagebuch eines Verschollenen, in der Thomas Adès den EMI Classics-Exklusivkünstler Ian Bostridge am Klavier begleitet sowie Klavierwerke von Janácek interpretiert.

In Deutschland war Adès Kammeroper Powder Her Face am Berliner Hebbel-Theater zu erleben (April 2001), in einer Produktion der Music Theatre Group Amsterdam, die auch in Amsterdam und Kopenhagen gezeigt wurde/wird. Die erfolgreiche Hamburger Erstaufführung des Werkes folgte im April/Mai 2001 an der Opera Stabile in einer Eigenproduktion.

Die stupende kompositorische Sicherheit, die Adès in seiner ersten Oper bewies, zeigte sich auch in seinem ersten großangelegten Orchesterwerk, Asyla, einer Auftragskomposition des Feeney Trust für Sir Simon Rattle und das City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO), die im Oktober 1997 in der Symphony Hall in Birmingham uraufgeführt und unmittelbar anschließend in Manchester, Nottingham, Glasgow, Zürich, Linz und Wien gespielt wurde. Wie sehr das Werk beeindruckt hat, beweist Sir Simons Entschluss, die Komposition noch in das Programm seines Abschiedskonzertes mit dem CBSO im August 1998 aufzunehmen. Ein Mitschnitt dieses Konzerts wurde im Juni 1999 von EMI Classics gemeinsam mit dem Concerto Conciso, der Chamber Symphony, These premises are alarmed und ...but all shall be well veröffentlicht - letztere Werke alle unter dem Dirigat des Komponisten. Im Sommer 1999 unterzeichnete Adès mit EMI Classics einen Exklusivvertrag für sieben Jahre. Im Sommer 1999 waren auch die Dreharbeiten für das London Weekend Television Profile des Komponisten für Channel Four abgeschlossen; die Dokumentation wurde im Dezember 1999 gesendet, ein paar Tage nach dem LWT-Film von Channel Four über die Oper Powder Her Face.

Abgesehen von dieser Fülle an Werken (inzwischen 26) ist Adès als Pianist und Dirigent für das BBC, das Cheltenham und das Aldeburgh Festival mit der Birmingham Contemporary Music Group, dem London Sinfonietta und dem BBC Symphony Orchestra tätig. Außerhalb Großbritanniens hat er seine eigene Musik mit (Musikern aus) dem New York Philharmonic, dem Ensemble Modern in Frankfurt und Berlin, dem Schoenberg Ensemble in Amsterdam sowie in Los Angeles, Toronto, Brisbane, Tokio und im März 1999 beim Helsinki Music Nova aufgeführt - wo in einem Adès 'Focus' (der einer Retrospektive gleichkam) 17 seiner Werke vorgestellt wurden. 1998 debütierte Adès bei den BBC Proms als Pianist/Dirigent in seinem Concerto Conciso, und 1999 dirigierte er bei den BBC Proms das BBC Symphony Orchestra in der Londoner Erstaufführung von Asyla.

Thomas Adès hat für seine Musik zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten: so u.a. Paris Rostrum für das beste Werk eines Komponisten unter 30 (1994); 1997 den Preis der Royal Philharmonic Society für Asyla; den Elise L. Stoeger Award für Arcadiana (New York, 1998); den Preis der Salzburger Osterfestspiele (1999); den Münchner Ernst von Siemens-Preis für Junge Komponisten (1999). Die EMI-CD mit Asyla erhielt einen begehrten Mercury Music Award und war das einzige Klassikalbum, das in die engere Auswahl für den Mercury Music Award "Record of the Year" kam; und 2000 schließlich den Grawemeyer Award (den renommiertesten internationalen Preis für Komposition). Thomas Adès ist der jüngste Komponist überhaupt, der diesen Preis erhalten hat, und erst der dritte Brite in den 15 Jahren seit Bestehen dieser Auszeichnung.

In Deutschland wurde Thomas Adès, der in seiner Heimat seit Jahren als "neuer Benjamin Britten" gefeiert wird, beim Schleswig-Holstein Musik Festival im Rahmen eines Festaktes am 18. Juli der renommierte Hindemith-Preis verliehen.

Thomas Adès vollendete im November 1999 ein Auftragswerk (America: A Prophecy) für die Millennium-Botschaft des New York Philharmonic Orchestra, das seine erfolgreiche Uraufführung in Großbritannien im Juni 2000 beim von Benjamin Britten gegründeten Aldeburgh Festival erlebte, zu dessen Künstlerischem Leiter Thomas Adès mittlerweile ernannt wurde. Mit der Uraufführung seiner Vertonung von Shakespeare's The Tempest (Der Sturm), einer Auftragskomposition der Londoner Royal Opera Covent Garden, erlebte der 32-jährige Thomas Adès als Komponist und Dirigent in Personalunion im Februar 2004 einen Triumph bei Publikum wie Kritik. Weitere Kompositionsaufträge gelten einer Oper für das Glyndebourne Festival sowie anderen Projekten. Thomas Adès selbst wird die Uraufführung seines Violinkonzerts - ein Auftragswerk der Berliner Festspiele und des Los Angeles Philharmonic Orchestra - am 4.9.2005 in der Berliner Philharmonie mit Anthony Marwood (Violine) und dem Chamber Orchestra of Europe leiten.

Eine besondere Ehre wurde dem Komponisten zuteil, als Sir Simon Rattle am 7., 8. & 9. September 2002 in seinem Antrittskonzert als neuer Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker Adès' Orchesterwerk Asyla zusammen mit Mahlers Fünfter Sinfonie aufführte.

Thomas Adès, der bei EMI Classics einen Sieben-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, legte im Februar 2004 eine neue CD vor, die einigen seiner Orchesterwerke und Kammermusiken gewidmet ist, u.a. seinem großbesetzten Chorwerk America: A Prophecy, das seine erfolgreiche Uraufführung am 1. November 1999 erlebt hatte. Adès vertonte hier eine alte Maya-Prophezeiung ("Sie werden vom Osten kommen - und sie werden den Himmel verbrennen.") als musikalische Botschaft zur Jahrtausendwende, die durch die furchtbaren Geschehnisse des 11. September als Prophezeiung in ganz unerwartetem Sinne interpretiert wurde ...

Im März 2005 erschien auf EMI Classics die Einspielung von Thomas Adès' Klavierquintett, mit dem Belcea Quartet und dem Komponisten selbst am Klavier (gekoppelt mit Schuberts Forellenquintett).

Quelle: EMI Classics Germany

Adès, Thomas

Thomas Adès
Foto: David Thompson / EMI Classics Germany

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