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Biografie-Datenbank » Bangles, The


Bangles, The
Stand: 30.06.2006 - 05:09

Nachname / Bandname: The Bangles
Vorname: -
Geburtsort / Gründungsort: Los Angeles, Kalifornien, USA
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 1981
Todestag: -

Das wiedervereinigte Quartett wurde mit rauschenden Reviews bedacht, ohne dass diesmal gender studies herhalten mussten. Vom hartgesottenen Indie-Rock-Magazin bis zur New York Times war man sich einig, dass die Band sich mit ihrer kaum zu definierenden Chemie und einem nie zu streng genommenen Kanon des Sixties-Rock deutlich von der leichten Rockmuse der Achtziger absetzt, die sie ursprünglich geküsst zu haben schien. Genau diese knisternde Spannung unterscheidet sie. "Unabhängig von den sensationellen Dingen, die man nun in der Presse über uns lesen kann, gab es immer diese gewisse Magie, wenn wir vier in einem Raum zusammen waren und uns die Instrumente griffen und spielten", erklärt Susanna Hoffs. "Ich denke, im Lauf der Zeit und unter dieser Perspektive kommt dies auch besser rüber denn je." Diese herzhafte Lust am gemeinsamen Musizieren hat schließlich auch zu dem ersten Album mit neuen Aufnahmen seit mehr als einer Dekade geführt, zu dem ebenso heiter wie zornig klingenden "Doll Revolution".

Ohne sich an der eigenen Geschichte aufzuhalten haben die Bangles musikalisch ein paar Pfund draufgelegt und ihre unverkennbaren Gesangsharmonien klingen heute noch prickelnder denn je. Produziert haben die Bangles das Album gemeinsam mit Brad Wood (Liz Phair, Pete Yorn). Es ist ein kühnes und forsches, vielleicht sogar weiseres Unterfangen, das die Brillanz der Bangles nur allzu gut verdeutlicht und die noch vor ihnen liegenden Möglichkeitern erahnen lässt. "Wir haben uns alle in einem großen Haus in Los Angeles niedergelassen und hatten verdammt viel Spaß", konstatiert Debbi Peterson. "Brad war großartig. Als wir uns das zweite Mal trafen, hat es bei uns allen gefunkt, was schon einiges sagt. Am Ende war er quasi der fünfte Bangle." Susanna ergänzt, dass es auch eine entscheidende Rolle spielte, die richtige Atmosphäre zu schaffen: "Dieses Haus zu mieten gab uns die Freiheit, ganz wir selbst und wieder richtig zusammen zu sein. Es war wie ein wahr gewordener Traum, so riesig viel Platz zu haben, wo auch unsere Kinder hinkommen konnten und wir auch mal die eine oder andere Dinnerparty schmissen. Ein richtiger Platz zum Abhängen, wo man aber jederzeit arbeiten konnte."


verfügbare polyphone Klingeltöne

Wer sich das neue Album der Bangles aufmerksam anhört, wird genau wissen, wo diese Band heute steht. Dies ist definitiv nicht Muttis Reunion-Album. Ebenso verspielt wie provokativ, voll gepackt mit satten Riffs und melodisch bis in die Nervenspitzen, juckt es dem überschwänglich auftrumpfenden Quartett offensichtlich unter den Fingernägeln. Geschichte haben sie ja längst gemacht. Jetzt soll erst einmal die neue Musik für sich respektive die Bangles sprechen. "Selbst zu unseren besten Zeiten damals haben es sich die Kritiker immer leicht gemacht: ´schrullige Garagenmädchenband wird unter ihrem Mentor Prince zum hochglanzpolierten Pop-Act'. Irgendwie sind wir in dieses Muster fälschlicherweise hineingesteckt worden." Nach einer Reihe von ausverkauften Konzerten stehen die Bangles wieder enorm hoch im Kurs und schon jetzt haben Fans und Kritiker den frischen Wind wieder entdeckt, der die herausragende Band schon immer ausgezeichnet hat.

Noch ein wichtiger Faktor war, dass die Bangles das komplette Album mit jenem Geld finanzierten, das sie bei den jüngsten Live-Auftritten verdient hatten. Man brachte sogar ihr allererstes, eigentlich längst ad acta gelegtes Label wieder an den Start: Down Kiddie Records wird alle neuen Veröffentlichungen zieren. Der Spirit ihrer jungen Jahre, "alle für eine, eine für alle", war bei den Aufnahmen wieder ebenso vorherrschend wie das wieder gewonnene Gefühl von Kameradschaft. "Das hat uns auch die richtige Kontrolle über die Albumaufnahmen gegeben", betont Michael Steele, "ich glaube, das war das entscheidende Kriterium, die Band wieder zusammen zu bringen. Wir haben uns alle weiter entwickelt und das ist eine gute Sache."

Vicki ergänzt, dass die unterschiedlichen Werdegänge auch in den neuen Songs zum Ausdruck kommen. "Wir haben schon auf der Bühne jede Menge neues Material ausprobiert, und die Reaktionen waren meist genauso stark wie bei unseren Standards." The Bangles hatten anfänglich eine Fülle neuer Songs, die als Kandidaten fürs Album in Frage kamen. 15 schafften es schließlich aufs Album. "Es gibt einige, die man als Überbrückungssongs bezeichnen könnte", fährt Vicki fort, "Songs, die bereits während unseres damaligen Lebens mit den Bangles existierten oder die für verschiedene Soloprojekte vorgesehen waren. Debbis ´Ask Me No Questions' gehört ebenso dazu wie Michaels ´Between The Two'. Susannas ´Grateful' hatte sie mal irgendwann mit Dan Schwartz und Bill Bottrell vom Tuesday Night Music Club geschrieben. Ich hatte noch zwei Songs, die ich mit meiner Band, den Continental Drifters, geschrieben hatte, ´The Rain Song' und ´Mixed Messages'. Wir haben sie alle ausprobiert und zugesehen, dass wir da was ganz bangles-typisches draus machen konnten."

Natürlich schrieben die Bangles auch einige komplett neue Songs. Einige von ihnen entstanden in einem Prozess, bei dem Songideen und Fragmente auf Tapes aufgenommen und hin und her geschickt wurden. Andere wiederum wurden von den Bangles gemeinschaftlich ausgebrütet, so wie früher tauschten die vier Frauen Riffs untereinander aus, kritzelten Textpassagen auf irgendwelche Zettel, immer auf diesen einen Moment gespannt, den Susanna als "X-Faktor" bezeichnet, der richtig Leben in einen Song bringt. "'Stealing Rosemary' ist ein gutes Beispiel", erklärt Susanna. "Debbi und ich hatten diese Idee für einen Sixties-Song im Stil der frühen Simon & Garfunkel. Vicki steuerte die Idee für einen großartigen Text bei." Und Vicki erinnert sich noch gut, wie dieser entstand: "Die Idee kam mir, als ich mit meiner zwölfjährigen Nichte ein Dinner zubereitete. Wir flachsten darüber, dass wir eigentlich zu den Nachbarn in den Garten gehen müssten, um uns dort ein wenig Rosmarin zu stibitzen. Daraus entwickelten sich dann die kleinen Missetaten, die man für die Liebe anstellt."

Für den Titel des Albums ist kein geringerer als Elvis Costello verantwortlich, dessen "Tear Off Your Own Head (It's A Doll Revolution)" das Album der Bangles eröffnet. "Elvis arbeitete gerade an einer Pilotsendung fürs Fernsehen - und worüber wohl, über eine Girl Band", erinnert sich Debbie lachend. "Er rief uns an, um zu sehen, ob wir den Song nicht mal ausprobieren wollten. Susanna und Michael spielten erst einmal ein schnelles Demo ein und verliebten sich in den Song." Vicki erzählt weiter: "Wir saßen im Bus auf dem Weg zu einer Show und die beiden spielten uns die Aufnahme vor. Wir sind daraufhin alle ausgeflippt. Schließlich war es einer der letzten Songs, den wir für unser Album aufnahmen. Damals wussten wir noch nicht, dass auch Elvis den Song auf sein Album nehmen würde. Aber er ist ohnehin ein Fan von uns." Und die Bangles werden mit ihrer "Doll Revolution" noch viele junge und alte Fans in diesem Jahr begeistern können. Die Wiedervereinigung dieses Quartetts macht schmerzlich deutlich, wie sehr wir sie vermisst haben.

Quelle: EMI Music Germany
Foto: EMI Music Germany

Bangles, The

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