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Biografie-Datenbank » Zoe


Zoe
Stand: 07.07.2006 - 03:32

Nachname / Bandname: Mazah
Vorname: Zoe
Geburtsort / Gründungsort: Bong Mine, Liberia
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 22.01.1975
Todestag: -

Zoe wurde in Liberia, in einem Ort namens Bong Mine geboren. Deshalb wird ihr Name auch englisch ausgesprochen: So-i. Nur ein halbes Jahr später kam sie aus dem kleinen westafrikanischen Küstenland nach Penzberg in Bayern. Kaum dem Krabbelalter entwachsen, entdeckte Zoe im Haus ein Klavier und bewies bald so viel Musikalität, daß sie mit vier Jahren Klavierunterricht nehmen durfte. Nach dem Abitur ging Zoe nach München, um an einer Musikschule mit den Schwerpunkten Songwriting und Jazz zu studieren. 1996 meldete sie sich zu einem Vorsingen bei Kosmo Records und erhielt vom Label-Chef prompt einen Künstlervertrag.

Nach einem ersten Achtungserfolg wie "Love can change so much" (2001) folgte das Remake des Reggae-Kultstücks "Uptown Top Ranking" des Lady Duos Althea & Donna aus dem Jahre 1978. Vor allem Zoes Duett/Combination-Version von "Uptown Top Ranking" mit Prezident Brown, einem der angesehensten Dancehall-Sänger Jamaikas, verschaffte ihr Anerkennung in der Reggaewelt zwischen Kingston, New York und Toronto. 2003 arbeitete Zoe mit Deutschlands Reggae Star Gentleman an der Single "Could it be you", die sie zusammen mit Ky-Mani Marley einsang. Kurz darauf erschien mit "Zoeciety" ihr überzeugendes Debüt-Album.

Mit "Exile African" veröffentlicht Zoe ihr zweites Album auf Chet Records. Es ist das Werk einer gereiften Sängerin und Songschreiberin, die mühelos Autoren-Reggae und neue Geschichten für die Funk-Soul Brothers and Sisters in einem Buch vereint. Die Klammern sind dabei immer ihre persönlichen und musikalischen Roots. So bedeutet Zoe auf griechisch "das Leben" und in dem hat die junge Sängerin schon sehr viele Farben und Facetten kennengelernt. Und davon erzählen ihre Songs.


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Daß sich Treue und Bekenntnis zu seinen Wurzeln und gleichzeitiger Zug zum Pop nicht ausschließen, beweist "Exile African" auf 12 Songs. Hier wurde nichts verwässert, wurde nicht auf irgendwelche Märkte und Charts geschielt. Und so konnte ein Album entstehen, das an Klasse und Internationalität seinesgleichen in Deutschland sucht.

Für "Exile African" quartierte sich Zoe wie schon bei ihrem Debüt "Zoeciety" in den GeeJam Studios an der Nordküste Jamaikas ein. Hier an einem der schönsten und grünsten Flecken der Insel, eingehüllt von üppiger Dschungelvegetation, am Fuße der Blue Mountains mit Blick auf die kristallblaue San San Bay, ist die künstlerische und spirituelle Heimat Zoes. Hier tankt sie Roots & Culture, Lässigkeit und Gelassenheit, kurz: jamaikanische Vibes, ohne die sie zu großer Seelenmusik nicht in der Lage wäre. In Alborosie, dem sizilianischen Jamaikaner und GeeJam Mastermind hat Zoe nicht nur einen kongenialen Musiker und Produzenten, sondern auch einen Bruder im Geiste gefunden, der sie in schwierigen Momenten bei der Arbeit an die Bedeutung ihres Namens erinnert. In der Sprache ihres liberianischen Stammes, der Vai, steht Zoe für: "Die Frau, die alles kann."

Mit der jamaikanischen Musikerlegende Dean Fraser stand ihr ein väterlicher Freund und Spiritus Rector zur Seite, der stets das Beste aus Musikern, an die er glaubt, herauszukitzeln weiß. In den GeeJam Studios wird Tag und Nacht gearbeitet, ohne dass jemals das Gefühl von Arbeit aufkäme. Eine Recording Session ist erst dann zu Ende, wenn alle zufrieden sind, oder wieder einmal der Strom ausfällt. No Doubt haben hier aufgenommen, die Gorillaz und India Arie auch. Hier lernte Zoe auch Ky-Mani Marley kennen, einen der Söhne des großen Bob. Ky-Mani war von Zoes "Could It Be You" so ergriffen, daß er sich als Duett-Partner anbot.

Nach dieser Begegnung und der so entstandenen Single glaubt Zoe nicht mehr an Zufälle in den GeeJam Studios. Alles hat seine Richtigkeit, hier werden Geschichten fortgeschrieben und so verwundert es auch nicht, daß auf "Exile African" wieder ein Mitglied aus dem Marley-Clan auftaucht. An diesem Ort entfaltet sich eine ganz spezielle Magie, die Songs und Alben ohne Druck reifen läßt wie die Mangofrüchte und Bananen in der Umgebung des Studios. Mit diesem Bewußtsein formulierte Zoe auch ihr Credo vor einer Schaffenspause und Besuch in der alten Heimat, in die sie ohne Rohmixe zurückflog: "Kein Stück verläßt unreif GeeJam und die Insel." Das Resultat gibt ihr Recht.

"Exile African" eröffnet mit "Another Day", einem bittersüßen Lovers-Track und zugleich einem großen Stück Soul-Reggae, veredelt von Dean Frasers wunderbarem Saxophon.

In "Afro Cat" singt und tanzt sexy Zoe als selbstbewußte Frau zu funky Beats. Sie ist stolz auf ihre afrikanische Herkunft und ihr krauses Haar. Und sie weiß, wie man mit Männern spielt.

Auf "Rock Steady", das auch als Single ausgekoppelt wird, zeigt Zoe, daß sie mit einem Skarythmus als Treibmittel und dem souligen, sinnlichen Vibe des Rocksteady jede Party zum Laufen bringt. Zugleich ist "Rock Steady", das spannungsgeladen an der Schnittstelle zwischen Ska und Rocksteady tanzt, eine Verbeugung vor diesen beiden ersten, eigenständigen jamaikanischen Musikstilen, die in den 60ern Reggae vorbereiteten und den Weg in die weite Welt des Pop ebneten.

Geschichtsbewußt reflektiert Zoe auf "Exile African" aber nicht nur ihre musikalischen Wurzeln zwischen afrikanischen Trommelrythmen, Blues, Jazz, Soul, Funk und Reggae, sondern auch die Zeit der Sklaverei, die Tragödie des afrikanischen Kontinents und das Leben in der schwarzen Diaspora.

So beklagt Zoe in dem unglaublich tiefen und melancholischen Stück "Liberia" die Leiden ihres Mutterlands mit Bürgerkrieg und Völkermord, vergessen von den einstigen Kolonialherren aus den USA. Zeuge dieser (An-) Klage und Combinationpartner ist "Poor People Defender" Chuck Fender, der zur Zeit heißeste Rasta-Artist Jamaikas. Bei den Gesangsaufnahmen in den Anchor Studios von Kingston gaben die anwesenden Sänger und DJ's mit ihren Feuerzeugen ununterbrochen "Lighter" als Zeichen ihrer Anerkennung und Ritterschlag für den "Big Tune" von Zoe. Mit "Liberia" hat Zoe zusammen mit ihrem Produzenten Alborosie einen der stärksten Roots-Riddims der letzten Jahre geschaffen. Die Artists, die sich darauf verewigen wollen, stehen Schlange und Zoe plant mit ihrer Mannschaft bereits eine 7inch-Single Selection.

Weitere Perlen in Sachen "Modern Roots" sind "Prayer" in dem Zoe ihre demütige Seite, ehrfürchtig vor dem Schöpfer zeigt und "Is Dis Love", wo ihr zusammen mit Alborosie die Symbiose aus "Cultural Vibes" und "Lovers Rock" glückt. "Everything Is Everything" klingt wie ein perfekt gemixter Cocktail: Funky, Sexy, Cool. Das wunderschöne Liebeslied "Sweetest Secret" nimmt die Stimmung einer kubanischen Salsa-Party auf und verweist musikalisch auf die Verwandtschaft von Reggae mit lateinamerikanischen Rythmen. Zwanglos und spielerisch läßt sich Zoe auf "Sunshine", "Looking for Love" und "Don't cry" von ihren Gedanken, Träumen, Erfahrungen mit Menschen und ihren musikalischen Vorlieben treiben, verschmelzt sie zu einer eigenen, organisch wirkenden Ausdrucksform und schafft so im besten Sinne Pop mit Mehrwert. So ließ es sich der ehemalige Bassist von Bob Marley, Aston "Family Man" Barrett, der zufällig während der Aufnahmen zu "Sunshine", die GeeJam Studios besuchte, nicht nehmen mitzuspielen, "um seine Fingerabdrücke auf einem schönen Stück Musik zu haben."

Den Abschluß von "Exile African" bildet "Angels Eye", das einem unter die Haut geht und die zerbrechlichen Seiten und Zweifel einer Frau zeigt, die qua ihrer Schönheit und ihres Erfolges eigentlich selbstbewußt und glücklich sein müßte, in Wirklichkeit aber zermürbt ist von leeren Versprechungen und geheuchelter Liebe.

Mit jedem Stück beweist Zoe, daß sie mittlerweile zu den besten und wandlungsfähigsten Songschreiberinnen hierzulande zählt. Ihre Texte schmeicheln sich ein mit geschmeidigen Zeilen, um einen im nächsten Augenblick mit kalkulierten Stimmungswechseln und überraschenden, neuen Perspektiven in eine völlig andere Richtung zu schicken.

Das Schönste aber ist, daß sich die Stücke auf "Exile African", bei aller Abwechslung und Unterschiedlichkeit zu einem großen Werk fügen, mit einem Anfang und einem Ende.

"Exile African" hört und liest sich wie die Biographie einer ewig Neugierigen und ewig Suchenden, die weiß, daß ihre schöpferische Kraft auf ihren afrikanischen Wurzeln beruht. Die Vibes holt sich Zoe in ihrer spirituell-künstlerischen Wahlheimat Jamaika und den kritischen Blick auf die sozialen und politischen Verhältnisse schärft sie stets aufs Neue, wenn sie eine ihrer Lebens- und Schaffenswelten verläßt, um in eine andere einzutauchen. Am Ende von "Exile African" fragt man sich gespannt, wie wohl Zoes Reise weitergehen wird.

Quelle: Noe Noack / chet records
Foto: chet records

Zoe

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