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Biografie-Datenbank » Beach Boys, The


Beach Boys, The
Stand: 26.07.2006 - 02:02

Nachname / Bandname: The Beach Boys
Vorname: -
Geburtsort / Gründungsort: Hawthorne, Kalifornien, USA
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 1961
Todestag: -

Es passierte einiges im Sommer des Jahres 1966, und vieles davon hatte schon die Atmosphäre der großen Aufbrüche, die die breite Öffentlichkeit erst ein, zwei Jahre später zur Kenntnis nehmen sollte. Eine neue, weltumspannende Jugendbewegung gärte heran. Auch die Rockmusik wurde nicht erst 1967 mit Sergeant Pepper, sondern schon im Sommer 1966 erwachsen: mit dem Album "Pet Sounds" der Beach Boys nämlich. Ein Werk voll von komplexen Stukturen und Sounds, ist es bis heute eines der großartigsten und wichtigsten Alben der Rockgeschichte geblieben. Ein Album, so bekennen Paul McCartney und Beatles-Produzent George Martin heute, "ohne dass es Sergeant Pepper niemals gegeben hätte".

"Pet Sounds" entstand unter Bedingungen, die es bis dahin im Pop-Business nicht gegeben hatte. Schließlich existierte mit den Beach Boys erstmals eine Band, die sich im eigenen Studio selbst produzierte. Tonangebend war dabei der geniale, zugleich hochsensible Brian Wilson, der sich 1965 aus dem strapaziösen Tour-Alltag der Band zurückgezogen hatte. Auf der Bühne ersetzten ihn zunächst Glen Campbell und kurz darauf Bruce Johnston. Brian hielt währenddessen als Komponist, Arrangeur und Produzent die Fäden umso fester in der Hand. Unter seiner Aufsicht wurde das Studio zum eigenständigen Instrument und die Songs zu sinfonischen Pop-Miniaturen.

"Pet Sounds" zählt also zu den wenigen wirklich stilprägenden Alben der Rockgeschichte. Doch erst jetzt, drei Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung, erscheint eine Ausgabe von "Pet Sounds", die die einzelnen Phasen der Entstehungsgeschichte genau beleuchtet. Das Projekt umfasst nicht weniger als vier CDs, enthält unter anderem mehr als ein Dutzend alternativer Versionen von "Pet Sounds"-Tracks und ist "The Pet Sounds Sessions" betitelt. Als Produzent zeichnet wie vor dreißig Jahren Brian Wilson verantwortlich. Koordiniert wurde das Projekt von Mark Linett und David Leaf, die bereits das "Good Vibrations"-Box Set zum Platin-Erfolg führten. Als Grundlage der Edition dienten die analogen Mastertapes, die mit einem 24 Bit-Analog-Converter aufgearbeitet und anschließend mit dem neuen HDCD-System digital remastert wurden. Der Sound ist eklatant prägnanter als bei herkömmlichen 16 Bit-Systemen.


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Neben den Song-Varianten enthält das mit Leinen überzogene Box Set die erste echte Stereoversion des Albums, die ursprünglichen (allerdings ebenfalls remasterten) Mono-Abmischungen, alle Tracks als sinfonische Instrumentals und außerdem die choralartigen Vokalspuren ohne Instrumentalbegleitung. Zusätzlich enthalten: "Good Vibrations", der erste Nummer-1-Hit der Beach Boys. "Good Vibrations" war zwar ursprünglich nicht Bestandteil des Albums, gehörte jedoch zunächst zu den "Pet Sounds"-Sessions. Abgerundet wird die luxuriöse Edition durch zwei Booklets: Das eine umfasst 42 Seiten, ist farbig und enthält viele rare und sogar unveröffentlichte Bilder der Sessions; das andere ist 120 Seiten stark und dokumentiert unter anderem exklusive Interviews mit den Beach Boys, Paul McCartney und George Martin.

Es ist nicht unerheblich, dass zu den Folgen von "Pet Sounds" jetzt auch ein Beatle und der Beatles-Produzent zu Wort kommen. Denn "Pet Sounds" ist auch das Resultat eines unausgesprochenen Wettbewerbs zwischen den Beach Boys auf der einen und den Beatles auf der anderen Seite - eine Konkurrenz, die einzig von Brian Wilson betrieben wurde. Zeugten schon die beiden vorangegangenen Studioalben "Today" (1965) und "Summer Days" (1965) von den gewachsenen kompositorischen Ambitionen Brian Wilsons, so schwanden die Beach-Boys-typischen Bilder einer Surf-Lebenswelt mit dem Erscheinen von "Pet Sounds" im August 1966 fast vollständig zugunsten vielschichtigerer Motive. Aber Texte wie auf "Wouldn't It Be Nice" oder "Don't Talk (Put Your Head On My Shoulder)" boten für Teenager-Phantasien nicht minder reizvolle Projektionsflächen.

"Rubber Soul" von den Beatles ließ in Brian Wilson ab Dezember 1965 den Wunsch aufkommen, "ein ganzes Album mit gutem Material" einzuspielen. (Langspielplatten bestanden zu dieser Zeit zumeist aus zwei, drei Hitsingles und jeder Menge Füllmaterial. Im Vergleich dazu war das durchkonzipierte Album ein ganz neuer Gedanke.) Wilson wollte die Beatles schlichtweg übertreffen - vor allem McCartney, der wie Brian Bassist und zugleich Komponist war. Als dann die Beach Boys im Winter 1966 auf Japan-Tour gingen, begannen Brian und Co-Produzent Tony Asher mit den Vorbereitungen. Brian spielte Piano, ließ Fragmente anklingen und formte aus ausgewählten Bruchstücken, die er "feels" nannte, schließlich ganze Songs. Songs, deren Gedanken und Gefühle keine erdachte Fiktion waren, sondern im tiefsten Innern von Brian Wilson wurzelten. Von den Absatzzahlen des Albums war der Beach-Boys-Kopf übrigens maßlos enttäuscht. Sicher, "Pet Sounds" blieb in puncto Verkauf hinter vielen Erwartungen zurück - doch das ganze nimmt sich rückblickend akzeptabel aus. Das anspruchsvolle Album selbst plazierte sich bis auf Rang 10 der Billboard-Albumcharts, und mit "Sloop John B" (Billboard-Nr. 3), "Wouldn't It Be Nice" (Nr. 7) sowie "God Only Knows" (Nr. 39) warf es zudem drei veritable Single-Hits ab.

Dreißig Sommer später genießt "Pet Sounds" einen Kultstatus, den nur wenige andere Rockalben für sich beanspruchen können. Die Veröffentlichung der "Pet Sounds Sessions" trägt diesem Status jetzt Rechnung. Die Edition wird endlich dem legendären Ruf gerecht, den das Album bei Paul McCartney und Tausenden weiterer Rockkenner genießt: "It was 'Pet Sounds' that blew me out of the water. I love the album so much. I've just bought my kids each a copy of it for their education in life. I figure no one is educated musically 'til they've heard that album. I love the orchestra, the arrangements. It may be going overboard to say it's the classic of the century. But to me it's certainly a total, classic record that is unbeatable in many ways. I've often played 'Pet Sounds' and cried."

Quelle: EMI Music Germany
Foto: EMI Music Germany

Beach Boys, The

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