biografie24.de - die Biografie-Datenbank
News   |   aktuelle Charts   |   Biografien
Forum   |   Bildergalerie   |   Klingeltöne

 
0
Biografien / Biographien von A - Z  
A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   0-9
Biografie-Datenbank » Pavarotti, Luciano


Pavarotti, Luciano
Stand: 13.08.2008 - 23:31

Nachname / Bandname: Pavarotti
Vorname: Luciano
Geburtsort / Gründungsort: Modena, Italien
Geburtsdatum / Gründungsdatum: 12.10.1935
Todestag: 06.09.2007

Luciano Pavarotti war ein italienischer Tenor. Er war neben Carreras und Domingo einer der berühmtesten Tenöre der Welt.

Leben und Wirken



Luciano Pavarotti stammte aus einer Bäckerfamilie, wollte jedoch ursprünglich Lehrer werden und unterrichtete auch zwei Jahre lang an der Scuola delle Magistrale. Sein Vater war hauptberuflich Bäcker, jedoch ein berühmter Tenor im Chor der Stadt Modena, in welchem auch Luciano Pavarotti seine ersten Gesangserfahrungen machen konnte.1956 beschloss Pavarotti, den Gesang zum Beruf zu machen und begann zunächst bei Arrigo Pola in Modena sowie später bei Ettore Campogalliani in Mantua klassischen Gesang zu studieren. Nebenbei arbeitete er auch als Versicherungsvertreter, um sich das Studium, das über 6 Jahre dauerte, finanzieren zu können.

Er debütierte 1961 in Reggio nell'Emilia und gewann einen internationalen Gesangswettbewerb. Teil des Preises war das Debut als Rodolfo in Puccinis La Bohème im Opernhaus von Modena. Dirigent der Aufführung war Leone Magiera, sein damaliger Jugendfreund und später jahrzehntelang sein Pianist bei Liederabenden, wie auch der damalige Ehemann von Mirella Freni. Die Aufführung wurde von der RAI auch live übertragen. Es folgten Einladungen verschiedener italienischer und internationaler Opernhäuser, wie Amsterdam, Covent Garden, die Wiener Staatsoper (Debüt als Herzog in Rigoletto), Zürich und Glyndebourne. Zu Beginn seiner Karriere war Pavarotti ein leichter lyrischer Tenor - ideal für die Partien von Bellini, Donizetti und des jungen Verdi. Im Laufe der Zeit entwickelte sich seine Stimme jedoch auch in Richtung dramatischerer Partien bis hin zum Verismo, jener Gattung Oper, die von Mascagni und Leoncavallo begründet wurde, vom täglichen Leben der Durchschnittsbevölkerung erzählt und von sehr dramatischer Musik geprägt ist.

1965 arbeitete er in den USA und Australien mit Joan Sutherland zusammen, ein Jahr später debutierte er an der Mailänder Scala. Es folgten Engagements in Barcelona, Paris, London und an der Met sowie bei den Salzburger Festspielen (in der Titelpartie von Mozarts Idomeneo). 1989 ehrte ihn die Hamburgische Staatsoper mit der Ernennung zum Kammersänger. In seiner Karriere hat Pavarotti an allen großen internationalen Bühnen der Welt gesungen und mit nahezu allen großen Dirigenten seiner Zeit zusammengearbeitet.

1981 gründete er in Philadelphia einen Wettbewerb für junge Sänger und begann, die Anzahl seiner Auftritte auf der Bühne zu reduzieren. Er trat dagegen häufiger in Konzerten und im Fernsehen auf.

Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 1990 formierte sich gemeinsam mit José Carreras und Plácido Domingo das Gesangstrio Die drei Tenöre.

Sein Debüt als Regisseur gab Pavarotti 1988 an der Oper von Venedig (La Favorite von Gaetano Donizetti).

Im Jahr 1999 feierte er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Dem erhöhten Lebensalter und manchen übereifrigen Kritikern zum Trotz, war die Stimme Pavarottis jedoch, wenn auch nicht mehr so jugendlich leicht, sondern dem natürlichen Entwicklungsprozess entsprechend schwerer, immer noch gesund.

2001 wurde Pavarotti der World Social Award sowie der Nansen-Flüchtlingspreis verliehen.

Im Jahr 2002 heiratete er seine langjährige Sekretärin Nicoletta Mantovani, mit der er bereits 10 Jahre liiert war. Ihnen wurden Zwillinge geboren, von denen ein Kind jedoch nach Komplikationen bei der Geburt verstarb. Pavarotti hat bereits drei erwachsene Töchter aus seiner ersten Ehe mit Adua Pavarotti, von der er sich im Jahr 2000 scheiden ließ.

Im Jahr 2004 verkündete Pavarotti nach drei gefeierten Aufführungen von Puccinis Tosca an der Metropolitan Opera in New York das Ende seiner Bühnenkarriere. Als Konzertsänger blieb er weiterhin im Rahmen von Tourneen, die ihn um die ganze Welt führten, in Liederabenden, Arenakonzerten und Open Air-Konzerten aktiv. Im Jahr 2005 entschloss er sich zu einer großen Abschiedstournee, die aufgrund einer Krebserkrankung unterbrochen werden musste.

Anfang Juli 2006 wurde bei Luciano Pavarotti Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Wenige Tage nach der Diagnose unterzog er sich in New York einer aufwändigen Operation, bei der die Bauchspeicheldrüse samt der bösartigen Geschwulst entfernt wurde. Nach Auskunft seiner Managerin Terri Robson erholte sich der Startenor gut von dem Eingriff. Für das Jahr 2006 wurden jedoch alle Auftritte abgesagt.

In seinem ersten Interview nach seiner Operation sagte der damals 70-Jährige der italienischen Tageszeitung "La Stampa", er fühle sich jetzt "besser, besser, besser". Er nehme seine gesundheitlichen Probleme philosophisch: "Ich habe wirklich alles gehabt im Leben. Wenn man mir alles wieder wegnimmt, werden Gott und ich quitt sein. Also ist alles bestens."

Pavarotti kündigte danach an, in seine Heimat Italien zurückkehren zu wollen, um sich dort zu erholen. Er sei fest entschlossen, wieder mit dem Gesang zu beginnen. Er wolle seine Ende Juni 2006 in London wegen Krankheit unterbrochene Abschiedstournee rund um die Welt zum Abschluss bringen. Ein genaues Datum könne er ohne Absprache mit den Ärzten noch nicht nennen, er gehe aber davon aus, dass er Anfang nächsten Jahres wieder auf der Bühne stehen werde, sagte der Tenor.

Im August 2007 wurde Pavarotti wegen einer Lungenentzündung erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Anfang September 2007 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Am 4. September wurde er nach Hause entlassen und sollte dort von Ärzten weiter gepflegt werden, starb jedoch um 5.00 Uhr morgens am 6. September 2007.


Bedeutung
Luciano Pavarotti war nicht nur einer der berühmtesten Tenöre seiner Zeit und einer der bekanntesten Vertreter der Kunstgattung Oper, er war auch zusammen mit Maria Callas der bestverkaufte Klassikstar aller Zeiten. In der Zeit seiner Hochblüte verkaufte er doppelt so viele Tonträger wie Carreras und Domingo zusammen. Er war der erste Klassikkünstler, dessen CD-Aufnahmen die Pop-Hitparaden stürmten und bei den Verkaufszahlen in die des Popbereichs eindrangen.

Was den Opernbereich selbst angeht, war er ein Jahrhunderttenor, wie der Dirigent Herbert von Karajan bemerkte. Eine Stimme, die es alle 100 Jahre nur einmal gäbe. Die vorliegenden Opern-Gesamtaufnahmen sind nach Ansicht von Fachkreisen bis heute unerreichte Dokumente nahezu perfekter Vokalkunst. Gerade der große Erfolg im Bereich der Plattenindustrie und der Aufstieg zu einem absoluten Superstar, der die Grenzen der Oper sprengte, brachten ihm jedoch auch viel Kritik von Puristen und Kritikern ein, die dies ablehnten.

Neben seiner Bühnenkarriere verfolgte er eine genauso erfolgreiche Konzertkarriere, die in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Bereits vor den Konzerten der 3 Tenöre gab Pavarotti ein Open Air Konzert im Londoner Hyde Park im Jahr 1992 vor 250 000 Menschen und im Jahr 1993 sein bisher größtes im New Yorker Central Park vor 500 000 Zuhörern, was das größte Klassikkonzert eines Solokünstlers aller Zeiten darstellte.

Nebenbei verfolgte er auch konsequent die Sparte des Crossover mit den sogenannten "Pavarotti and Friends"-Konzerten, in denen er mit nahezu allen führenden Popsängern Duette aufnahm, die insgesamt über 10 Millionen Mal verkauft wurden. Zu seinen gesanglichen Partnerinnen zählten neben Joan Sutherland v.a. Montserrat Caballé, Ileana Cotrubas, Kiri Te Kanawa, Maria Chiara und Mirella Freni.


Besonderheiten
In den USA wurde Pavarotti kurz "The big P." genannt.

In großen Häusern, wo entsprechende Distanzen und gegebenenfalls sogar ganze Etagen zwischen Garderobe und Bühne zu überwinden sind, bewegte sich Pavarotti hinter den Kulissen häufig mit einem eigens für ihn konstruierten Elektrowagen oder einem bereitgestellten Golfwagen, um sich beim Weg zur Bühne zu schonen. Anhänger sprachen hier oft scherzhaft vom "Pavamobil".

Er besaß eine eigene, aus Deutschland rekrutierte Leibwächtertruppe, die ihn bei seinen großen Tourneen begleitete. Diese sorgte u.a. auch dafür, dass windige und zugige Eingangsbereiche mit Tüchern abgehängt wurden, wenn sie mit dem Auto, welches ihn vom Hotel oder dem Flughafen brachte, nicht direkt angefahren werden konnten und er einen längeren Fußmarsch im Freien hätte tätigen müssen. Teilweise wurden diese Tüchertunnel im Winter sogar mit Heizstrahlern beheizt.

Nach wichtigen Konzerten pflegte Pavarotti eine Art Gastgeberessen für geladene Gäste zu geben. Dazu wurden im Umbereich der Konzerthalle oder des Hotels in dem er residierte, ein Gartenbuffet und Cocktails aufgetragen, Lampions aufgehängt und Musik bestellt. Er selbst erschien jedoch nur selten persönlich und wenn, dann nur kurz. Sein Lieblingsessen in Restaurants war Kalbschnitzel mit Schinken und Polenta.

Zuletzt sang Pavarotti die sogenannten C-Arien, also jene die besonders hoch notiert sind, um einen Halbton heruntertransponiert. Dies ist im professionellen Opernbetrieb allerdings durchaus üblich und entspricht der Tradition. Es kommt dabei vor allem auf den jeweiligen Dirigenten an. Oft geht es dabei vor allem darum, die Stimme im Rahmen einer langen Aufführung nicht zu sehr zu strapazieren, und weniger darum, dass der betreffende Sänger die Töne nicht mehr erreichen würde. Deshalb wird dies auch von jungen Sängern praktiziert.

Pavarotti, Luciano

Luciano Pavarotti
Quelle: imdb.com


MP3s von Luciano Pavarotti
Weitere Informationen:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Luciano Pavarotti aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

MP3-Download
0
(c) by Chart-King - a Division of Gastro-Pro
erstellt mit PHPKIT Version 1.6.03 © 2002 - 2003 by moonrise